„Second-Hand wird in Afrika sehr geschätzt“

„Ohne Altkleider aus Deutschland würde die Textilwirtschaft in Afrika brachliegen.“ Diese Meinung vertritt Dirk Steinmeyer, Fairhandels-Berater bei der Süd-Nord-Beratung in Osnabrück.
Wohin geben Sie Kleidung, die Ihre Familie nicht mehr braucht?
Ich persönlich trage fast immer alles auf und habe nicht so viele Anziehsachen. Bei unseren Kindern tauschen wir oft im Freundeskreis. Ist real was übrig, bringen wir es zur Kleiderkammer.
Quellen die Lager dort nicht schon über?
Was zu viel ist oder keine Verwendung findet, wird in der Regel aussortiert und verkauft an Verwerter.
Und nach Afrika exportiert? 
Durchaus möglich. Pro Jahr geben die Deutschen rund eine Million Tonnen Textilien in Kleidersammlungen. Das ist viel mehr, als Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern und Hilfsor-ganisationen brauchen. Daher wird exportiert – vor allem nach Osteuropa und Afrika. Der Verkaufserlös kommt jedoch bei gemeinnützigen Organisationen dem sozialen Zweck zugute.
Schadet das der afrikanischen Textilindustrie?
Das war früher die These, ist aber mittlerweile durch seriöse Studien widerlegt. Auch ohne Altkleiderexporte würde die Branche brachliegen. Es hapert einfach an den Strukturen wie Verkehrswegen, Wasser-und Stromversorgung, um eine eigene Produktion aufzubauen – geschweige denn global konkurrieren zu können. Aber auch aufgrund fehlender staatlicher Subventionen und der Unmöglichkeit zu reinvestieren mussten viele Textilfabriken schließen. So entstand ein Markt für Altkleider. Second-Hand ist in vielen afrikanischen Ländern nicht wegzudenken und wird sehr geschätzt.
Warum?
Die Kleidung ist erschwinglich, oft hochwertiger als Billigware aus China, zudem aktuell und in großer Auswahl vorhanden. Jugendliche lieben westliche Mode. Das ist nicht verwerflich, auch wenn die Verwestlichung zuweilen kritisiert wird: Wir wehren uns ja auch nicht gegen Trends aus Amerika. In Tansania liegt der Marktanteil von Altkleidern bei 70 bis 80 Prozent. Viele Kleinhändler und Näherinnen leben davon. Schätzungen zufolge drehen sich bis zu 30 Prozent der informellen Arbeit in Afrika um den Handel mit gebrauchter Kleidung.
Ist also alles im Lot?
Das wäre zu vereinfachend. Es besteht die Gefahr der Monopolisierung, dass wenige Großhändler Markt und Preise diktieren. Wünschenswert wäre zudem, die Nischenbetriebe zu stärken. Denn Berufs- und Schulkleidung werden etwa in Tansania noch vor Ort gefertigt.
Wären Kleiderspenden besser als kommerzieller Handel? Das wäre logistisch und ökologisch fatal. Altkleider umsonst zu verteilen, würde den Markt und viele Arbeitsplätze zerstören. 
Interview:
Heike Sieg-Hövelmann/Kirchenzeitung Osnabrück 04.09.2016


Lebendiger Adventskalender 2016

Leider
sind noch sehr viele Termine offen. Es wäre schön, wenn sich noch viele melden
würden, damit diese schöne Tradition weitergehen kann.

Pfarrbüro: Tel.: 05341/26177

Inline-Bild 1


Neujahrsempfang für Mitglieder und Gemeindemitglieder sowie Vertreter aus Vereinen und Politik

Die Kolpingsfamilie Thiede-Steterburg lädt ein
Gemeindemitglieder und Gäste sind immer herzlich willkommen:
Neujahrsempfang für Mitglieder und Gemeindemitglieder sowie Vertreter aus Vereinen und Politik
am Donnerstag, 12. Januar 2017
18.30 Uhr Andacht, anschließend Empfang im Saal mit Imbiss
Ansprechpartner: Michael Skalla, Telefon 268482 und
Waltraud Wolff, Telefon 26177


Aus dem aktuellen Pfarrbrief

Wir trauern um:
Hermann Edmund Baudach, Thiede
Günter Rusch, Thiede
Das Taufsakrament empfingen:
Mila Julie Hausmann, Wolfenbüttel
Alexandra Stepin, Thiede
Das Sakrament der Ehe spendeten sich:
Linda Bruschke und Dennis Rieger, Fredenberg
Julia Döring und Ives Schulze, Wolfenbüttel
Andrea Sonnek und Christian Tylinski, Braunschweig
Jennifer Horn und Tim Böhmer, Wolfenbüttel


Worte des Pfarrers aus dem aktuellen Pfarrbrief

Liebe Gemeindemitglieder,
vor uns liegt der dunkle Monat November mit seinen Gedenktagen Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag. Wir werden mit unserer Vergänglichkeit konfrontiert. Wir erinnern uns an den Tod uns naher Verwandten, an den Abschied von Freunden, die uns etwas bedeutet haben, an den Verlust uns sehr sehr lieber Menschen. Unser Lebensgefühl gleicht in vielem einer „Tunnelsituation“, wo es schwer fällt, nach dem Dunkel sich wieder an die lichtvollen Momente des Lebens zu gewöhnen.
Gott sei Dank folgt auf den November jedes Jahr wieder neu der Advent als Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Der Adventskranz mit dem sich steigernden Licht der vier Kerzen will andeuten: Auf uns wartet nach allem Dunkel ein großes Licht: das Licht des Weihnachtsfestes bzw. derjenige, den wir Christen „das Licht der Welt“ nennen.
Es dauert seine Zeit, bis wir dieses Licht spüren. Unsere Augen brauchen Zeit, von Dunkel auf Hell umzuschalten, sie müssen sich langsam an das Licht gewöhnen.
Es dauert seine Zeit, bis wir spüren und zugeben können, dass wir dieses Licht brauchen, dass wir uns nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen, dass wir auf Orientierung, Wärme und Geborgenheit angewiesen sind, dass wir uns das Entscheidende im Leben nicht selber machen, sondern nur schenken lassen können.
Die gegenwärtige Situation in Welt und Kirche macht es nicht gerade leichter oder ange¬nehmer, als Christ zu leben, als Mitglied der Kirche bzw. der Pfarrgemeinde die Motivation zum „dabeibleiben“ zu behalten. Gründe zum „Anstoß nehmen“ bietet die Kirche selbst genug. 
Ein Gedanke war und ist mir in diesem Zusammenhang wichtig. Manchmal ist es zwar zum Davonlaufen (Gilt für das Große und Ganze – und oft auch für das ganz persönliche Erleben). Um „dabei zu bleiben“, um es auszuhalten, braucht es Gemeinsamkeit. 
Wir Christen brauchen diese Gemeinsamkeit, um Gott sichtbar werden zu lassen: Jeder bringt etwas mit von Gott, um es in der Gemeinsamkeit miteinander zu teilen: Du bringst deinen Hunger nach Gott mit, du hast dein Stückchen Freude im Leben in der Tasche, du erzählst, was du bereits weißt von Gott, der schon mal mit ‚Strömen der Liebe‘ auf dich geregnet hat – das alles bringst du mit. Alles von Gott, das in jedem Menschen steckt, vielleicht ganz klein, zerknittert, verschrumpelt – du bringst es mit. Ohne dich ist Gott kleiner!
Denn gerade in unserer Zeit braucht Gott eine sichtbare „Außenseite“, eine lebendige und authentische. Das sind und bleiben (und könnten es werden) Sie und ich. Jede und jeder von uns in den Beziehungen und an den Orten, in und an denen wir leben. Ganz gleich, unter welchen äußeren Umständen (gerne auch zerknittert und verschrumpelt).
Es dauert manchmal seine Zeit, bis uns das klar wird, bis uns klar wird, dass Weih¬nachten auch durch uns – durch dich und mich – Wirklichkeit werden kann, dass Jesus auch durch uns zur Welt kommt und sichtbar wird – wenn wir etwas von seinen Zielen und Idealen, von seinem Gottvertrauen und von seiner Mitmenschlichkeit in unsere Umgebung hineintragen.
Im Blick auf das zu Ende gehende Jahr möchte ich auch dieses Mal gerne Dank sagen: Der Weg unserer Pfarrgemeinde St. Bernward wurde auch in diesem Jahr  wieder wesentlich bestimmt vom Engagement, vom Elan, von der Treue, von der Geduld, der Freude, der Phantasie, dem Durchhalten, der Bereitschaft zur Versöhnung und nicht zuletzt vom Gebet derer, die sich auf ihre Weise eingebracht haben.
Nichts von dem, was jeder einzelne gegeben hat, ist selbst-verständlich. Niemand kann hier etwas „verlangen“. Gerade weil für viele von Ihnen das Prinzip der freiwilligen Bereitschaft zur Hilfe gelebt wurde und wird,  bleibt St. Bernward ein Ort wohltuender Menschlichkeit, wo noch andere Gesetze herrschen als die der Rentabilität und des „Was kriege ich dafür?“ Auf dieses „Markenzeichen“ unserer Gemeinde dürfen wir zu Recht stolz sein. 
Gewiss blieb auch manche Enttäuschung nicht erspart, weil die Umstände widrig waren. Das ist ärgerlich. Trotzdem macht es nichts! Vielleicht ist das Annehmen unserer Grenzen ebenso wichtig wie das sich Freuen an „Erfolgen“. Beides will gelernt sein. 
Ich freue mich auf das Weitergehen unseres gemeinsamen Weges. Ihnen allen persönlich aber auch Ihren Familien von Herzen ein gnadenreiches und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das kommende Neue Jahr!
Ihr P. E. Mencher